Die 10 häufigsten Fragen (FAQ) zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Medizinstudenten

1. Macht es überhaupt Sinn sich schon als Medizinstudent mit dem Thema der Berufsunfähigkeitsversicherung zu beschäftigen?
Ja! Das Risiko später nicht mehr als Arzt arbeiten zu können, besteht auch schon während des Medizinstudiums. Schließlich ist niemand vor Krankheiten oder Unfällen gefeilt. Man muss sich einfach einmal in einem Krankenhaus umsehen. Dort werden nicht nur sehr alte Menschen behandelt. Und unter den schwer kranken sind auch viele junge Menschen. Daher empfehlen die großen Ärzteverbände durchweg den frühen Abschluss dieser fundamentalen Versicherung.

Es gibt aber noch zwei weiter gute Gründe, die für einen frühzeitigen Abschluss sprechen: der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beinhaltet immer eine Gesundheitsprüfung. Als junger Mensch ist man regelmäßig gesünder und hat somit weniger Probleme bei dieser Prüfung.

Zum anderen gibt es aber einen gewichtigen finanziellen Grund: der monatliche Beitrag der Berufsunfähigkeistversicherung berechnet sich aus den vereinbarten Leistungen, dem Gesundheitszustand und dem Alter der zu versicherten Person bei Abschluss des Vertrages. Das heißt: Je jünger Du bist, desto günstiger ist die Versicherung – und das jeden Monat.

2. Wie hoch sollte die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente als Medizinstudent sein?
Jeder zweite Medizinstudent stellt uns die Frage nach der richtigen Absicherungshöhe. Sollte man 500€ absichern, um am Anfang Beiträge zu sparen? Oder vielleicht 1.000€. Macht eine Absicherung unter 1.500€ überhaupt Sinn?

Du wirst es Dir schon denken: eine pauschale Aussage auf diese Frage ist nicht möglich. Es ist aber gar nicht so schwer eine solide Antwort abzuleiten. Du musst Dir nur zwei Szenarien durchrechnen.

Stelle zunächst Deine derzeitigen Einnahmen und Ausgaben während Deines Medizinstudiums gegenüber. Nun streichst Du auf der Einnahmenseite die Positionen, die im Falle Deiner Berufsunfähigkeit wegfallen. Dann streichst Du auch diejenigen Einnahmen, auf die Du langfristig nicht zählen kannst. Dabei kommen vor allem die finanzielle Unterstützung durch die Eltern und ggf. Dein BAföG infrage. Nun ergibt sich eine finanzielle Lücke, die Du decken musst. Die absolute untere Grenze für Deine zu versichernde Berufsunfähigkeitsrente ist gefunden.

Nun nehme an, dass Du als Assistenzart arbeitest. Du wirst sehr wahrscheinlich eine vom Marburger Bund ausgehandelte Vergütung, die sich aus dem Tarifvertrag ableitet, erhalten. Wenn Du z.B. in einem Kommunalen Krankenhaus Deine erste Stelle antrittst, dann wird der Tarifvertrag TV-Ärzte/VKA Anwendung finden. Solltest Du in einem Universitätsklinikum arbeiten, dann ist für Dich der TV Ärzte/TdL bindend. Schaue Dir die Entgelttabelle TV-Ärzte/VKA und TV/Ärzte TdL einfach einmal an.

Nun zur Ausgabenseite: Wenn Du mithilfe der überall zu findenden Brutto-/Nettorechner Dein Nettogehalt ausgerechnet hast, dann stelle Dir folgende Fragen: Was wird Deine Wohnung ungefähr kosten? Wie viel brauchst Du zum Leben? Berechne also Deine Kosten, die Du als Assistenzarzt in der Weiterbildung so ungefähr haben wirst. In den allermeisten Fällen besteht nur eine Einnahmenquelle: das Einkommen als Assistenzarzt. Wenn Du Deine festen Kosten berechnet hast, dann kannst Du leicht feststellen, ob Du eigentlich Dein Nettogehalt absichern musst, da Du einen hohen Fixkostenblock hast, oder ob Du weniger absichern musst, weil Du minimalistisch lebst und Dir viel Geld im Monat übrigbleibt.

Nun hast Du zwei Zahlen, die Dir sicherlich weiterhelfen.

Zur Statistik: Viele Medizinstudenten vereinbaren während des Medizinstudiums eine Absicherung in Höhe von 1.5000€, die sich dann zum Beginn der Assistenzarztzeit auf 2.000 € erhöht.

3. Welche Bedingungen muss eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung für Medizinstudenten haben?
Diese Frage ist sehr komplex. Da sich die Versicherungsbedingungen der einzelnen Gesellschaften immer wieder ändern, macht es auch keinen Sinn eine pauschale Empfehlung für die eine oder die andere Gesellschaft zu geben. Wir haben dem Thema „Was muss eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Medizinstudenten beinhalten?“ aber einen eigenen Beitrag gewidmet.

4. Kann ich mir eine solche Versicherung überhaupt leisten? Ich bin doch noch im Studium?
Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung kostet schnell 100€ im Monat oder mehr. Da Du für die Versicherungen aber ein attraktiver Kunde bist, bieten viele spezielle Tarife für Medizinstudenten an. Damit zahlst Du während des Medizinstudiums einen deutlich geringeren Beitrag. Danach aber etwas mehr. Um den Beitragsunterschied zu sehen, lasse Dir einfach beide Modelle berechnen.

5. Brauche ich als Medizinstudent und später als Arzt eine besondere Berufsunfähigkeitsversicherung?
Ja! Als Arzt hast Du berufsspezifische Risiken, die Du absichern solltest. Daher kannst Du Dich auch nicht so einfach an den üblichen Versicherungsvergleichen und Rankings orientieren. So sollte eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung für Medizinstudenten und Ärzte immer eine Infektionsklausel beinhalten. Diese besagt, dass die Versicherung auch dann zur Leistung verpflichtet ist, wenn der Arzt aufgrund einer Infektionskrankheit einem berufliches Tätigkeitsverbot (§ 31 Infektionsschutzgesetz) unterliegt.

6. Macht es Sinn im Vertrag eine Dynamik zu vereinbaren?
Nahezu jedes Versicherungsangebot enthält Deine Dynamikvereinbarung. Damit ist gemeint, dass sich die Versicherungsleistungen und somit auch die Beiträge in regelmäßigen Abständen erhöhen. Hintergrund ist die nicht zu leugnende Annahme, dass die Lebenshaltungskosten im Laufe der Jahre steigen und die Absicherung damit Schritt halten sollte. Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen. Du solltest Dich aber darüber informieren, wie oft Du – im Fall der Fälle – eine einzelne Erhöhung ablehnen kannst und ab wann die Versicherung die Dynamikklausel aus dem Vertrag entfernt.

7. Wie lange sollte die Laufzeit des Vertrages sein?
Da die Berufsunfähigkeitsversicherung eine fundamentale Versicherung ist und Du im Schadensfall so lange wie möglich die Versicherungsleistung erhalten möchtest, solltest Du die Laufzeit bis zum Eintritt des regulären Renteneintrittsalters vereinbaren. Hier durch eine kürzere Laufzeit zu sparten wäre falsch.

8. Macht es Sinn einen gekoppelten Vertrag (Berufsunfähigkeitsversicherung und Altersvorsorge) abzuschließen?
Oft wird Dir eine Kombination aus Berufsunfähigkeitsversicherung und Altersvorsorge angeboten. Das Verkaufsargument: Wenn Du berufsunfähig wirst, dann zahlt die Versicherung Deine Beiträge zur Altersvorsorge weiter und Du bekommst dann in Deiner Rentenphase die vereinbarte Altersvorsorge ausgezahlt. Das hört sich ganz gut an und macht eigentlich auch Sinn. Allerdings haben diese kombinierten Verträge den Nachteil, dass Du im Falle eines finanziellen Engpasses oder einer geänderten Lebensplanung einen großen und teuren Vertrag hast, den Du nur schlecht abändern kannst.

Wir empfehlen Dir zwei separate Verträge abzuschließen und die möglichen Kosten für den Vertrag zur Altersvorsorge einfach in Deine Berufsunfähigkeitsrente zu integrieren. Somit bleibst Du flexibel. Wenn Du dann einmal etwas knapp bei Kasse bist, dann kannst Du einfach den Vertrag zur Altersvorsorge für einige Monate beitragsfrei stellen und den existenziellen Vertrag zur Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit einfach unverändert weiterlaufen lassen.

9. Sollte die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente Überschussanteile beinhalten?
Nein! Du möchtest im schlimmsten Fall einen monatlich festen Betrag von der Versicherung erhalten. Wenn Du Deinen Beitrag senkst, indem Du die Überschüsse in die Rentenzahlung einfließen lässt, dann ist die vereinbarte Rente nicht vollständig sicher. Sollte die Versicherung nämlich keine oder nur sehr geringe Überschüsse erwirtschaften, dann bekommst Du eine geringere Rentenzahlung. Das wäre doch nicht im Sinne des Grundgedankens der Absicherung.

10. Wenn ich die Versicherung im nächsten Jahr abschließen möchte. Kann es Sinn machen dies noch im Dezember des aktuellen Jahres zu tun?
Ja! Bei den allermeisten Versicherungen bestimmt sich das Eintrittsalter – und somit ein Faktor für die Höhe Deines zu zahlenden Beitrages – nach dem versicherungstechnischen Eintrittsalter und nicht nach dem konkreten Geburtsdatum.

Wenn Du ein unverbindliches Angebot für eine auf Mediziner zugeschnittene Berufsunfähigkeitsversicherung haben möchtest, dann kannst Du dieses hier anfordern.