Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat festgestellt, dass fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos ist. Diesen Paaren eröffnet der medizinische und technische Fortschritt neue Möglichkeiten, um sich den Wunsch nach einer eigenen Familie zu erfüllen. Das Problem: Die Kosten für eine künstliche Befruchtung sind sehr hoch.

Im vorliegenden Fall litt der Kläger an einer Kryptozoospermie. In der Folge konnte er auf natürlichem Wege keine Kinder mehr zeugen. Daher entschied er sich für eine In-vitro-Fertilisation (IVF) mit intracytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) und anschließendem Embryotransfer. Die Kosten für diese Behandlung beliefen sich auf 17.508,39 Euro.

Die Krankenversicherung lehnte die Kostenübernahme ab, da die Ehefrau des Klägers im Juli 1966 geboren wurde und sich somit im fortgeschrittenen Alter befand. Die Begründung: Die Erfolgswahrscheinlichkeit einer künstlichen Befruchtung bei Frauen dieser Altersgruppe sei gering. Die Quote der Fehlgeburten sei überdurchschnittlich hoch. 

Der Bundesgerichtshof (BGH) stellte sich auf die Seite des Klägers und entschied, dass ein statistisch gesehen höheres Risiko einer Fehlgeburt nicht ausschlaggebend für die Ablehnung einer Kostenübernahme sein kann. Der Kläger konnte auf natürlichem Wege keine Kinder mehr zeugen und daher handelte es sich im vorliegenden Fall um eine medizinisch notwendige Heilbehandlung im Sinne von § 1 Abs. 2 MB/KK (Az. IV ZR 323/18).

Unser Rat: Das Thema Krankenversicherung ist komplex und jeder sollte sich frühzeitig darüber Gedanken machen, welchen Leistungsumfang er für sich und seine Familie wünscht. Wenn eine (kostspielige) Behandlung notwendig ist, dann ist es in der Regel zu spät.

Daher: Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin und sprechen Sie mit uns über Ihre Absicherungswünsche. Wir erstellen Ihnen dann ein maßgeschneidertes Versicherungskonzept das Ihren Vorstellungen entspricht.